60 Jahre und kein bisschen leise…

…oder die faszinierende Welt der analogen Musikwiedergabe

In der Geschichte der Tonspeicherung gibt es ein alles überragendes Ereignis – die Erfindung der Langspielplatte im Juni 1948 durch die US-Plattenfirma CBS. Das betraf weniger die damit mögliche Qualitätssteigerung als vielmehr den völlig neuen Gebrauchswert durch die verlängerte Spieldauer. Damit wurde die vollständige Erschließung der Musikliteratur durch einen bequem handhabbaren Tonträger zu ökonomisch günstigen Bedingungen möglich.

Die Entwicklung der populären Musik in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wäre ohne die Schallplatte undenkbar. Zusammen mit dem Radio bildete das Medium Schallplatte die Grundlage, dass der Rock’n’Roll die Jugend begeisterte und zur Ausprägung der Popkultur führte.
Andersherum trieb die massenhafte Nachfrage und Produktion von Schallplatten selbst deren Entwicklung und die Vervollkommnung der Abspielgeräte voran, im Ergebnis dessen sich ein welweit austauschbarer Tonträgerstandard durchsetzte, der seit 60 Jahren immer noch aktuell ist. Welcher digitaler Tonträger kann das schon von sich behaupten? Wird man in 30 Jahren noch CDs, SACD oder DVD-Audio abspielen können?

Entsprechend viele Schallplatten stehen im heimischen Regalen oder sind auf dem Gebrauchtmarkt im Umlauf, für Sammler gibt es ein riesiges Betätigungsfeld.

Neupressungen aktueller Musik oder Wiederveröffentlichungen sind im Schallplattenladen (Ja, die gibt es immer noch!) und bei Internet-Versendern erhältlich. Selbst die großen Elektronik-Discounter haben wieder eine Vinyl-Ecke eingerichtet.

Die Schallplatte – trotz ihres Alters und obschon so oft totgesagt. Aber, wie man weiß: Totgesagte leben oft länger…
Im Gegenteil, die Schallplatte feiert schon seit geraumer Zeit „heimlich“ ihr Comeback, während die Verkaufszahlen digitaler Tonträger schwächeln. Denn trotz aller Fortschritte ist sie klanglich immer noch für viele „das Maß aller Dinge“ … und ganz sicher vermag eine simple MP3-Datei auf einer Festplatte oder dem transportablen MP3-Player nicht so rundherum zu faszinieren.

Analoges Musikhören mag vielleicht im Digitalzeitalter altmodisch erscheinen, jedoch hat Musikhören mit Emotionen zu tun und davon liefert die LP mehr wie jeder andere Tonträger. So praktisch die CD oder ein MP3-Player auch sein mag – es ist doch etwas ganz anderes, ja fast eine Zeremonie, eine Schallplatte aus dem Regal zu ziehen, das großformatige, interessante und lesbare (!) Cover zu betrachten und die Platte dann sorgsam auf den Plattenteller zu legen.
Dazu vielleicht einen Whisky oder ein Glas Wein – so lässt sich Musik intensiv erleben.

Was die Geräteseite (neudeutsch: „Hardware“) betrifft, kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Alles was man zum Schallplattenhören braucht, ist weiterhin erhältlich. Darüber hinaus sorgt die technische Präzision der heutigen Schallplattenspieler für eine Klangqualität, die früher unerreichbar schien. Für einen soliden Plattenspieler muss man keine Unsummen ausgeben, etwa 300 EUR sollte man aber für den Einstieg einplanen. Der Spaßfaktor steigt natürlich mit der Höhe der Investition an, gern sei an dieser Stelle auf den Dresdner Rö-HiFi-Shop verwiesen, der für jeden Geldbeutel das passende Analog-Equipment bereithält. Die sachkundige Beratung durch Alexander Rösch gibt es gratis dazu.

Klaus Wunderwald
Mitglied der Analoque Audio Association (AAA)
www.AAAnalog.de

TD126 mit Tonarm Lustre GST-1

Plattenspieler des Autors:  Ein Thorens TD126 MK III mit Tonarm Lustre GST-1

Aurum Classic Wood

Abtastsystem Clearaudio Aurum Classic Wood MM mit farbenreichem Klang und sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis

Tags: , , , ,

Leave a Reply