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12 historische ETERNA-Schallplatten wieder neu auf Vinyl

Sonntag, Oktober 5th, 2008

Genau vor 60 Jahren wurde die erste Vinyl-Platte hergestellt und löste damit die Schellackplatte ab.  Auch in der ehemaligen DDR wurden ab 1955 auf dem Klassik-Label ETERNA (VEB Deutsche Schallplatten) Langspielplatten herausgebracht, wobei sich der Katalog mit den Jahren zu einer wahren Schatzkiste an künstlerisch hochrangigen und legendären Aufnahmen mit international bekannten Solisten, Chören, Orchestern und Dirigenten erweitert hat.

Die erste Aufnahme, die im Jahr 1955 erschien, war Beethovens EROICA mit der Katalog-Nr. 820 001.

Eroica

Inzwischen ist die edel AG Hamburg im Besitz des Eterna-Kataloges und Herausgeber der sogenannten ETERNA-COLLECTION, einer Reissue-Serie von ehemaligen Aufnahmen aus dem Eterna-Katalog unter dem Label BERLIN Classics.

Seit Ende August 2008 sind 12 Vinyl-Ausgaben als ETERNA COLLECTION im Handel erhältlich und haben bei Schallplattensammlern starke Beachtung gefunden. Das liegt u.a. daran, dass wirklich legendäre und hochwertige Aufnahmen aus dem Eterna-Katalog ausgewählt wurden und diese obendrein im Original-Cover erschienen sind.
Carmina Burana, original und Reissue

Selbstverständlich haben sich die Herausgeber der ETERNA COLLECTION ins Zeug gelegt, dem Endkunden eine bestmögliche Klangqualität zu liefern. Für die Neupressungen wurden die Originalbänder herangezogen und von einer Studer A820 Bandmaschine überspielt.

Studio-Bandmaschine Studer A820
Foto: Studer AG, www.studer.ch

Der Folienschnitt erfolgt im DMM-Verfahren auf einer Neumann VMS-82, genau auf der Schneidemaschine, die auch zu DDR-Zeiten verwendet wurde. Hergestellt werden die Schallplatten bei der optimal media production GmbH in Röbel an der Müritz. Die Pressung erfolgt in 180g-Vinyl.

Der Autor verglich, da er beide Ausgaben besitzt, die originale und neue Ausgabe der LP Carl Orff – Carmina Burana (0033161BC bzw. orig. Eterna 826 713). Ohne in blumige Beschreibungen zu benutzen – die enorm verbesserte Klangqualität der Neuausgaben ist beachtlich!

Aber hören Sie selbst. Die LPs gibt es beim gutsortierten Schallplattenhändler, z.B. Sweetwater in Dresden oder im Internet bei JPC. Der Preis liegt etwa bei 18,- EUR pro LP .

Klaus Wunderwald
Mitglied der Analoque Audio Association (AAA)
www.AAAnalog.de

Link: Bisher als ETERNA Collection erschienen [Klick]

60 Jahre und kein bisschen leise…

Dienstag, Juni 24th, 2008

…oder die faszinierende Welt der analogen Musikwiedergabe

In der Geschichte der Tonspeicherung gibt es ein alles überragendes Ereignis – die Erfindung der Langspielplatte im Juni 1948 durch die US-Plattenfirma CBS. Das betraf weniger die damit mögliche Qualitätssteigerung als vielmehr den völlig neuen Gebrauchswert durch die verlängerte Spieldauer. Damit wurde die vollständige Erschließung der Musikliteratur durch einen bequem handhabbaren Tonträger zu ökonomisch günstigen Bedingungen möglich.

Die Entwicklung der populären Musik in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wäre ohne die Schallplatte undenkbar. Zusammen mit dem Radio bildete das Medium Schallplatte die Grundlage, dass der Rock’n’Roll die Jugend begeisterte und zur Ausprägung der Popkultur führte.
Andersherum trieb die massenhafte Nachfrage und Produktion von Schallplatten selbst deren Entwicklung und die Vervollkommnung der Abspielgeräte voran, im Ergebnis dessen sich ein welweit austauschbarer Tonträgerstandard durchsetzte, der seit 60 Jahren immer noch aktuell ist. Welcher digitaler Tonträger kann das schon von sich behaupten? Wird man in 30 Jahren noch CDs, SACD oder DVD-Audio abspielen können?

Entsprechend viele Schallplatten stehen im heimischen Regalen oder sind auf dem Gebrauchtmarkt im Umlauf, für Sammler gibt es ein riesiges Betätigungsfeld.

Neupressungen aktueller Musik oder Wiederveröffentlichungen sind im Schallplattenladen (Ja, die gibt es immer noch!) und bei Internet-Versendern erhältlich. Selbst die großen Elektronik-Discounter haben wieder eine Vinyl-Ecke eingerichtet.

Die Schallplatte – trotz ihres Alters und obschon so oft totgesagt. Aber, wie man weiß: Totgesagte leben oft länger…
Im Gegenteil, die Schallplatte feiert schon seit geraumer Zeit „heimlich“ ihr Comeback, während die Verkaufszahlen digitaler Tonträger schwächeln. Denn trotz aller Fortschritte ist sie klanglich immer noch für viele „das Maß aller Dinge“ … und ganz sicher vermag eine simple MP3-Datei auf einer Festplatte oder dem transportablen MP3-Player nicht so rundherum zu faszinieren.

Analoges Musikhören mag vielleicht im Digitalzeitalter altmodisch erscheinen, jedoch hat Musikhören mit Emotionen zu tun und davon liefert die LP mehr wie jeder andere Tonträger. So praktisch die CD oder ein MP3-Player auch sein mag – es ist doch etwas ganz anderes, ja fast eine Zeremonie, eine Schallplatte aus dem Regal zu ziehen, das großformatige, interessante und lesbare (!) Cover zu betrachten und die Platte dann sorgsam auf den Plattenteller zu legen.
Dazu vielleicht einen Whisky oder ein Glas Wein – so lässt sich Musik intensiv erleben.

Was die Geräteseite (neudeutsch: „Hardware“) betrifft, kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Alles was man zum Schallplattenhören braucht, ist weiterhin erhältlich. Darüber hinaus sorgt die technische Präzision der heutigen Schallplattenspieler für eine Klangqualität, die früher unerreichbar schien. Für einen soliden Plattenspieler muss man keine Unsummen ausgeben, etwa 300 EUR sollte man aber für den Einstieg einplanen. Der Spaßfaktor steigt natürlich mit der Höhe der Investition an, gern sei an dieser Stelle auf den Dresdner Rö-HiFi-Shop verwiesen, der für jeden Geldbeutel das passende Analog-Equipment bereithält. Die sachkundige Beratung durch Alexander Rösch gibt es gratis dazu.

Klaus Wunderwald
Mitglied der Analoque Audio Association (AAA)
www.AAAnalog.de

TD126 mit Tonarm Lustre GST-1

Plattenspieler des Autors:  Ein Thorens TD126 MK III mit Tonarm Lustre GST-1

Aurum Classic Wood

Abtastsystem Clearaudio Aurum Classic Wood MM mit farbenreichem Klang und sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis

Nacht und Träume – Franz Schubert Virgin Vinyl – exclusiv von Clearaudio

Freitag, Juni 20th, 2008

Wir stocken unsere LP-Sammlung weiter auf, und möchten Ihnen natürlich die vinylen Schätze nicht vorenthalten. Sie können ab nächster Woche diese LP bei uns bestellen. Diese 180g Pressung, welche exclusiv über Clearaudio vertrieben wird, war ein lang gehegter Wunsch Heinz Wildhagens, Lieder von Franz Schubert mit Gitarrenbegleitung aufzunehmen – was seiner Zeit in den Schubertiaden eine gängige Aufführungspraxis war. Durch den durchsichtigen Klang der Gitarre erhält Schuberts Musik eine Leichtigkeit und Beschwingtheit, die mit Klavier selten zu hören ist. Nach Sichtung der Schubert-Lieder – was immerhin weit über 800 waren – wurde von Monika Teepe (Sopran) und Klaus Jäckle (Gitarre) eine Auswahl getroffen. Einige der Bearbeitungen stammen von Zeitgenossen, einige wurden von Klaus Jäckle mit großer Erfahrung und Einfühlungsvermögen selbst ausgeführt.
Wir wünschen uns und Ihnen viel Hörgenuss mit dieser Pressung.

Grüße aus Dresden Rö-Hifi Point